KAMA Friends hat heute das Vergnügen Stefan Hauser, den Inhaber der Vinothek Hauser in einem spannenden Gespräch, euch vorstellen zu dürfen.  Stefans Weg führte ihn vom Maritim Hotel in Stuttgart – hinaus die weite Welt. Die schönsten Regionen der Schweiz wurden zu seinem neuen Zuhause. Nach seinem Studium zum eidg. dipl. Hôtelier/Restaurateur HF/SHL an der Hotelfachschule Luzern, hat er seine Berufung bei den Grimselhotels gefunden. Parallel dazu leitet er erfolgreich seine Vinothek in Guttannen in der Schweiz und im baden-württembergischen Schwaigern. Stefan ist nicht nur ein Unternehmer mit Leib und Seele, sondern auch ein hervorragender Weinkenner mit viel Sinn für Gutes und Qualität.

Nun übergeben wir das Wort an Stefan und wünschen euch viel Freude beim Lesen:


Lieber Stefan, wir freuen uns, dich als ersten Gesprächspartner bei KAMA Friends interviewen zu dürfen. Gerne würden wir mehr von deinem Werdegang erfahren. Viele Menschen trinken ja gerne Wein, aber wie kam es zu deinem Entschluss, eine Vinothek zu eröffnen?

Stefan Hauser: Sehr gerne! Bedingt durch meine Tätigkeit für Hotels in der Schweiz, hatte ich den Wunsch Weine aus meiner Heimat dort anzubieten. Da dies jedoch nicht so einfach ist, musste ich ein Geschäft mit dem Zweck des Imports von Wein und Spirituosen gründen. Man benötigt zahlreiche Bewilligungen, um Wein in die Schweiz zu importieren. Vorerst dachte ich, dass ich nur für die Hotels importieren werde, jedoch fasste ich schnell den Entschluss eine Website zu erstellen, um die Weine auch über das Internet zu verkaufen.

Das klingt sehr spannend. Wie können sich unsere Leser einen „normalen Tag“ im Leben von Stefan Hauser vorstellen?

Stefan Hauser: Ziemlich ähnlich wie der von vielen Anderen. Verwaltungstätigkeiten, Kalkulationen, Degustationen und Kontakt mit den Kunden, zwischendurch Gespräche und Meetings. Mit dem Unterschied, dass ich des öfteren in den Genuss herausragender Weine komme!

Apropos herausragende Weine – welche Kriterien entscheiden, ob Ihr einen Wein in euer Sortiment aufnehmt?

Stefan Hauser: Bei all unseren Produkten steht ein Kriterium im Vordergrund: die Qualität. Wir haben ausschließlich Weine im Angebot, welche uns persönlich voll und ganz überzeugen. Bei der Qualität machen wir keine Abstriche. Wir pflegen auch zu all unseren Winzern einen aktiven Kontakt, in vielen Fällen ist eine persönliche Freundschaft entstanden. Ich kenne die Herkunft jedes einzelnen Weines im Keller und weiß somit auch was, warum, wie gemacht wird. Jeder Wein hat seine eigene Geschichte und die will ich dem Kunden näher bringen.

Du sprichst von der Bedeutsamkeit der Qualität. Wie schafft ihr es, diese dauerhaft zu gewährleisten?

Stefan Hauser: Die Qualität aller Produkte hat höchste Priorität, hier gibt es für uns keine Kompromisse! Wir stellen diese sicher, indem wir die Weine alle persönlich degustiert haben und erst dann entscheiden, ob das Produkt in unser Sortiment aufgenommen wird oder nicht. Viele Weine sind Raritäten. Wir schauen daher immer, dass wir von jedem Wein genügend Flaschen im Lager haben. Vor allem im Bereich Bordeaux kaufen wir sehr viel per Subskription ein. Es ist uns daher wichtig, dass im Keller die richtigen Bedingungen für die Lagerung herrschen. Wir kontrollieren dies regelmäßig.

Schwerpunktmäßig konzentriert ihr euch auf Weine aus Baden-Württemberg, Frankreich und der Schweiz. Für einen Laien mag das sehr speziell klingen. Wie kam es zu dazu?

Stefan Hauser: Zugegeben, die Schwerpunkte sind nicht gerade alltäglich. Die Weine aus Baden-Württemberg fanden den Weg in unsere Regale durch meine Herkunft. Ich bin in der Region Heilbronn aufgewachsen und hatte daher schon immer eine Beziehung zum Wein aus dieser Region. Vor allem in den letzten Jahren stieg die Qualität der Weine aus dieser Region rapide an. Der Grund für die Aufnahme der Weine aus Bordeaux ist persönlicher Natur. Ich liebe die Weine aus dem Bordeaux und für mich ist dies die beste Rotweinregion der Welt. Bei den Schweizer Weinen handelt es sich um Nischenprodukte, die eine sensationelle Qualität bieten. Durch meine langjährige Tätigkeit in der Hotellerie in der Schweiz sind viele Freundschaften zu Winzern entstanden. Es freut mich sehr, dass sich in unserem Sortiment sehr renommierte Schweizer Winzer befinden.

Die Zusammenstellung eures Sortiments zeigt eindeutig, dass ihr experimentierfreudig seid. Was ist die verrückteste Speise-Weinpaarung, die du jemals gekostet hast?

Stefan Hauser: Michael Engelhard, Küchenchef des Hotel und Naturresort Handeck hat einmal folgendes Dessert serviert: Ziegenfrischkäsemousse, Vanille, Verveine, Meiringer Meringue, grüne Tomate, Heidelbeersorbet. Meine Aufgabe war es, dazu einen passenden Wein zu empfehlen. Ich entschied mich für einen Riesling Eiswein 2008 vom Weingut Drautz-Able in Heilbronn. Die Kombination war perfekt, Dessert und Wein haben sich optimal ergänzt.

Jedoch gibt es hunderte Kombinationen, die begeistern. Wichtig ist, das Geschmacksbild der Speise gut zu erkennen und sich vorstellen zu können, welche Eigenschaften der Wein haben muss um das Gesamtbild noch zu perfektionieren. In den letzten Jahren bot ich im Hotel Handeck über die Volkshochschule Kurse an, bei denen ich dies näherbringen wollte: die Kurse waren Woche für Woche ausgebucht…

Mit Sicherheit hast du schon zig großartige Tropfen genossen. Gibt es einen Wein, den du unseren Lesern als dein Herbst-Highlight 2016 empfehlen könntest?

Stefan Hauser: Im Herbst, wenn die Tag kürzer, die Temperaturen niedriger und das Essen wieder ein wenig kräftiger wird, passt natürlich ein Württemberger Lemberger vom Graf Neipperg. Sei es ein Gutwein, eine Erste Lage oder die Krönung das Große Gewächs.

Wer Bioweinanbau bevorzugt, ist mit einem Lemberger vom Weingut Hirth bestens bedient. Die Entscheidung steht jedem frei, je nachdem – wonach es einem gerade ist.

Oft wird zu Weinen ein opulentes Menü kredenzt. Doch wie gut passt Wein zur gesunden Küche?

Perfekt! Beim Wein verhält es sich wie mit dem Essen: die Qualität ist das Wichtigste! Einer unserer Produzenten teilte mir einmal folgendes mit: Jeder gute Wein muss zwingend ein biologisch hergestellter Wein sein. Jedoch muss nicht jeder biologisch hergestellter Wein gut sein. Wichtig ist, dass der Wein mit Sorgfalt und Nachhaltigkeit hergestellt wird. Nur wer Sorge für die Pflanzen und dem Weinberg trägt, ist in der Lage ein gutes Produkt zu erzeugen. Ich persönlich bin der Meinung, dass eine Bio-Zertifizierung beim Wein nicht wichtig ist. Der Gedanke und die Umsetzung zählt, nicht der Titel auf dem Etikett.

Welche Visionen hast du für die Zukunft?

Wir haben mit der Idee der Vinothek vor zwei Jahren angefangen. Wir stehen somit also noch ganz am Anfang. Der Grund, warum ich dieses Projekt gestartet habe, ist die Leidenschaft zum Wein. Ich möchte gerne Weine, die mich selbst begeistern mit anderen teilen! Ich möchte langfristig einen schönen Keller mit ausgelesenen Tropfen aufbauen. Mein Ziel ist es, unser Sortiment von Massenprodukten frei zu halten und unserer Kundschaft ausschließlich absolute Qualität zu garantieren.

Stefan Hauser_Vinothek Hauser

Wir danken dir von Herzen, lieber Stefan, für dieses interessante Interview! Da wir deine Einstellung zu Genuss sowie Qualität teilen und darüber hinaus von deinem Projekt absolut überzeugt sind, freuen wir uns riesig mitzuteilen, dass du uns in Zukunft erhalten bleiben wirst.

Stefan Hauser wird unser erster KAMA-Experte, der uns mit seinem ausgeprägten Geschmackssinn und seinem fundierten Wein-Know-How künftig von Zeit zu Zeit zur Verfügung stehen wird. Welcome on board, Stefan! Wir freuen uns riesig, dich für KAMA gewonnen zu haben!

Wenn ihr mehr über Stefan, seine Vinothek und vor allem seine edlen Tropfen erfahren wollt, dann habt ihr hier die Gelegenheit dazu.